Verdacht auf Rinderherpes in einem Battenberger Betrieb: Landkreis trifft Vorsichtsmaßnahmen

Battenberg(pm/nh). Bei elf Rindern eines landwirtschaftlichen Betriebes in einem Ortsteil von Battenberg ist das so genannte Bovine Herpesvirus 1 festgestellt worden. Das hat das Landesbetrieb Hessisches Landeslabor bestätigt, teilt der Fachdienst Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen des Landkreises Waldeck-Frankenberg mit. Entsprechende Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen wurden getroffen. Für Menschen ist das Virus völlig ungefährlich. Nach einem Anfangsverdacht wurden die 46 Tiere des Betriebs unverzüglich auf das Virus getestet. Bei elf Rindern war die Blutuntersuchung positiv. Diese werden nun möglichst bald geschlachtet. Dies ist Vorschrift, um eine mögliche Ansteckung weiterer Tiere auszuschließen. Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg in enger Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und der Task Force Tierseuchen des Regierungspräsidiums Kassel sofortige Präventions-Maßnahmen ergriffen. Alle Rinder in der näheren Umgebung werden demnach auf das Virus untersucht. Davon betroffen sind sechs Betriebe mit rund 190 Tieren. Zusätzlich dazu sind die üblichen Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Betriebsfremde Personen sollten beispielsweise nicht in die Ställe ohne Schutzkleidung gehen. Gemeinsam genutzte Gerätschaften sollten vorher gereinigt und desinfiziert werden. Weitere Informationen erhalten Rinderhalter auch auf der Homepage des Landkreises unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de oder direkt beim Fachdienst Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen, der Tierhalter auch gern zu diesem Thema berät. „Das Bovine Herpesvirus 1 ist eine weit verbreitete Tierseuche in der Rinderhaltung und daher anzeigepflichtig“, sagt Kreislandwirt und Landwirtschaftsdezernent Friedrich Schäfer. „Da wir aber umgehend alle Schutz- und Präventionsmaßnahmen eingehalten haben, ist eine Ausbreitung des Virus unwahrscheinlich.“ Für Menschen ist das Virus völlig ungefährlich. Das betont auch der Leiter des Fachdienstes Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen Dr. Martin Rintelen. „Für Menschen besteht keine Infektionsgefahr. Damit wir diese auch bei den Rindern verhindern können, sind bereits alle Vorkehrungen getroffen.“

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Hintergrundinformationen

1. Was ist das Bovine Herpesvirus 1?
Bovine Herpesvirus 1 ist ein Virus, das eine weit verbreitete Tierseuche in der Rinderhaltung verursacht: Bei der respiratorischen Form handelt es sich um eine durch Tröpfcheninfektion übertragene Nasen- und Luftröhrenentzündung. Die genitale Form wird beim Deckakt übertragen. Eine Besonderheit bei beiden Verlaufsformen dieser Infektionskrankheit besteht darin, dass ein einmal infiziertes Tier lebenslang Virusträger bleibt. Diese Tiere erscheinen gesund, tragen jedoch das Virus in sich und können es jederzeit unter bestimmten Voraussetzungen z.B. bei Stresssituationen wie Kalbung, Stallwechsel etc. wieder ausscheiden und so weiterverbreiten.

2. Wie wird das Virus übertragen?
Durch Kontakt mit kranken Tieren oder deren Ausscheidungen können sich gesunde Tiere anstecken. Weiterhin kann eine Übertragung auch durch kontaminierte Gebrauchsgegenstände wie Fahrzeuge, Geräte oder Verpackungsmaterial geschehen. Der Mensch kann über kontaminierte Schuhe den Erreger verschleppen.

3. Ist das Virus ansteckend für den Menschen?
Laut Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, sind Infektionen des Menschen mit dem Virus nicht bekannt. Das Virus ist somit für den Menschen ungefährlich.

4. Wie können sich Rinderhalter präventiv schützen?
Rinderhalter dürfen nur Tiere aus anerkannt freien Beständen zukaufen. In allen Rinderhaltungen ist dazu vor allem der Tierverkehr sowie der Personen- und Fahrzeugverkehr zu betrachten. Der Früherkennung von Infektionen und Seuchen dient ein gutes Tiergesundheitsmanagement. Selbiges wirkt auch vorbeugend, indem eine hochstehende Herdengesundheit eine optimierte Infektionsabwehr der Tiere begründet, die Außenkontakte der Herde (z.B. zu Dienstleistern, Händlern, Zukaufstieren etc.) minimiert und so die Neuinfektionsrisiken effektiv senkt.

5. Welche Vorsichtsmaßnahmen werden getroffen, um eine Ausbreitung zu verhindern?

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat sofortige Vorsichts- und Schutzmaßnahmen eingeleitet, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Im näheren Umkreis um den betroffenen Betrieb werden alle Rinder untersucht. Kontakte untereinander werden möglichst unterbunden. Alle sonstigen Kontaktbetriebe wurden unterrichtet, und müssen ihre Tiere untersuchen lassen.

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