Noch nicht mal gut gedacht

Olaf Dudek. Wolfgang Greilich der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag fordert eine qualitative Verbesserung der Leichenschauen:“Der Sinn und Zweck einer Leichenschau, die Todesursache der verstorbenen Person zu ermitteln und insbesondere die Fälle einer nicht natürlichen Todesursache zu entdecken, wird mit dem derzeitigen Verfahren der Leichenschau nicht in allen Fällen erreicht.“ Damit hat Greilich im Ansatz durchaus einen wunden Punkt getroffen, zwar werden nach offizieller Statistik 92 Prozent aller Morde in Deutschland aufgeklärt, aber erst wenn die Polizei Ermittlungen anstellt, dann professionell und mit hohem Aufwand. Aber es gibt noch andere Listen, nämlich die in den leichenkellern der rechtsmedizinischen Institute.. Danach bleibt jeder zweite Mord unentdeckt. Mindestens. Das ergab eine Studie der Universität Münster. Ihr Fazit: in Deutschland wird Jahr für Jahr bei rund 11.000 Toten fälschlicherweise eine natürlich Todesursache diagnostiziert. 1.200 sind Opfer von Tötungsdelikten, bei den anderen handelte es sich um nicht erkannte Suizide, Unfälle und ärztliche Kunstfehler. Quelle: Kriminalpolizei.de Nun erklärte der Pressesprecher der FDP-Landtagsfraktion mit voller Überzeugung „ man müsse darüber nachdenken, ob die niedergelassenen Ärzte und Krankenhausärzte eine Zusatzqualifikation nachweisen müssen, um zur Leichenschau befugt zu sein, weil man grundsätzlich der Auffassung sei, es müsse nicht alles staatlich geschehen.“ Nun fehlen jetzt schon Ärzte in Hessen, ein Drittel der ansässigen Ärzte nähert sich der Pensionsgrenze, 155 Hausarztpraxen sind schon heute unbesetzt. Und Krankenhäuser werden ausgedünnt, sollen sich spezialisieren. Wie dann die Qualität der Leichenschauen erhöht werden soll, diese Frage bleibt die FDP in Hessen schuldig. Es ist sehr wohl eine staatliche Aufgabe für die innere Sicherheit zu sorgen, dazu gehört eben auch jeden, auch nur kleinsten Verdacht auf vorsätzliche oder fahrlässige Tötung eines Menschen auszuschließen oder den Behörden Ermittlungsansätze durch eine qualifizierte Leichenschau zu liefern. An manchen Stellen muss man einfach mal die Privatisierungs-Scheuklappen ablegen und vielleicht über eine 3 oder 4jährige spezielle Ausbildung von reinen Leichenbeschauern nachdenken.

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