Abgeordnete besuchten Schülerprojekt zu Schicksalen von Menschen aus Waldeck-Frankenberg im KZ Breitenau

Korbach(pm/nh). Die Landtagsabgeordneten Martina Feldmayer, Jürgen Frömmrich und Daniel May von BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN informierten sich über das Projekt „Schicksale – Menschen aus Waldeck-Frankenberg im Arbeitshaus, Konzentrations- und Arbeitserziehungslager Breitenau“. Es wurde verwirklicht von der Geschichtswerkstatt-Gruppe der Alte Landesschule Korbach, die von Frau Dr. Marion Lilienthal geleitet wird. Die Arbeitsgruppe erstellte ein Konzept für Schulen und interessierte Einrichtungen, das unter anderem vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Projektes LandKulturPerlen gefördert wurde. Martina Feldmayer, die Sprecherin der GRÜNEN im Landtag für Kunst und Kultur ist, erläuterte, dass die Landesregierung auf Initiative der Grünen unter der Dachmarke „Kulturkoffer“ einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen gesetzt hat.  Die engagierten jungen Leute beschäftigten sich zunächst mit den Schicksalen von Menschen aus Waldeck-Frankenberg, die im Arbeitshaus, Konzentrations- und Arbeitserziehungslager Breitenau inhaftiert waren. Die Schüler dokumentierten in ihrer Arbeit, dass im Lager unmenschliche Haftbedingungen herrschten; Misshandlungen waren an der Tagesordnung. So wurden innerhalb von 14 Tagen aus Menschen sprachlose Wesen gemacht, die unter ständiger Todesangst lebten. Die Gruppe Geschichtswerkstatt, die sich ca. ein halbes Jahr regelmäßig traf, erarbeitete dann eine Broschüre, in der alle Opfer des Landkreises, die in Breitenau waren, namentlich aufgeführt werden. Des Weiteren gibt es eine Wanderausstellung mit Roll-Ups, um die Öffentlichkeitsarbeit zu erleichtern und ein Gedenkportal im Internet. Die Materialien können und sollen auch von anderen Schulen und Einrichtungen ausgeliehen werden. Der breiten Öffentlichkeit wird das Projekt am 22.04.2018 in der Synagoge Vöhl offiziell vorgestellt. Die Landtagsabgeordneten begrüßten, dass sich die jungen Menschen intensiv mit den Geschehnissen vor Ort während NS-Zeit auseinandersetzten. „Wir müssen die Erinnerung an das Unrechtsregime und seine Opfer wachhalten. Dass die Schülerinnen und Schülern in ihrer Arbeit zeigen, dass das Regime des Mordens und Folterns auch vor Ort ganz konkrete Gesichter hatte, macht die Arbeit sehr wertvoll. „ Wir freuen uns, dass dieses Projekt mit dem neuen Bund-Länder-Programm LandKulturPerlen umgesetzt werden kann“, so die drei Abgeordneten abschließend.

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