Neujahrsaufruf von Landrat Dr. Reinhard Kubat

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Jahr 2017 neigt sich seinem Ende entgegen und jeder von uns zieht seine ganz persönliche Bilanz. Für die einen war es vielleicht das Jahr ihres Lebens, in dem sich Erfolg an Erfolg reihte und alles sich positiv entwickelte. Andere wiederum werden froh sein, dass es vorbei ist und auf ein besseres neues Jahr hoffen. Das Schöne an einem Jahreswechsel ist, dass man zumindest das Gefühl hat, alles auf null stellen und neu beginnen zu können. Aber natürlich ist unser Leben bestimmt von Kontinuität und inneren Zusammenhängen. Vieles, was uns jetzt beschäftigt, wird dies auch im neuen Jahr tun, ob wir das möchten oder nicht. Schaut man auf die weltpolitische Lage, dann haben sich die düsteren Vorahnungen des letzten Jahres wenigstens zum Teil erfüllt. Wir alle haben mit gemischten Gefühlen auf die USA geschaut, wo Donald Trump das Präsidentenamt übernommen hat. Sein Kurs in der Nordkorea-Krise, aber auch seine Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels haben unsere Welt nicht gerade sicherer gemacht. Zwar ist es gelungen, den Terrorismus, der sich vor allem mit dem so genannten „Islamischen Staat“ verbindet, in seinen Kerngebieten zurückzudrängen, allerdings mit der Folge, dass vermehrt Anschläge in den Staaten, die der Anti-IS-Koalition angehören, stattfinden, auch bei uns in Europa. Das prägende bundespolitische Ereignis dieses Jahres war die Bundestagswahl im September. Nach drei Monaten gibt es noch immer keine neue Regierung. Sowohl die Bürgerinnen und Bürger, als auch das Ausland schaut mit gemischten Gefühlen nach Berlin, denn Deutschland als wichtiger Partner in Europa und in der Welt darf nicht instabil werden. Trotz aller Irritationen in der Welt, die uns natürlich auch nicht unbeeindruckt lassen, haben wir dennoch im Landkreis versucht, mit Mut und Zuversicht unseren Weg zu gehen. Es gibt Dinge, die können wir nicht beeinflussen, aber da wo wir es können, wollen wir auch gestalten. Besonders stolz macht es mich, dass unsere bereits tot gesagte ländliche Region sich so stark und positiv entwickelt. Der Landkreis wächst, wir werden wieder mehr, und wir werden jünger, was natürlich auch der Zuwanderung geschuldet ist. Junge Menschen wählen wieder bewusst ihren Lebensmittelpunkt bei uns. Wir haben in den vergangenen Jahren massiv in unser Bildungssystem investiert und mit den dualen Studiengängen von Studium plus ein attraktives Angebot geschaffen, bei dem man international anerkannt Abschlüsse erwerben kann.  Über „Breitband Nordhessen“ sind wir eine der größten Internetoffensiven in Europa. Der technische Ausbau schreitet voran und wir werden in nicht allzu ferner Zukunft eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet haben, was, wie sie alle wissen, heute einen der Grundpfeiler der technischen Infrastruktur darstellt. Mit dem ersten Spatenstich für die Ortsumgehung Dorfitter im Zuge der B 252 konnten wir eines der wichtigsten Verkehrsinfrastrukturprojekte in Angriff nehmen. In fünf Jahren sollt die neue Trasse ihrer Bestimmung übergeben werden. Auch im Kreisstraßenbau haben wir uns engagiert und bedeutende Summen im Haushalt veranschlagt. Trotz aller Investitionsmaßnahmen sind wir aber in der Lage gewesen, für 2018 einen Haushalt vorzulegen, der mit einem Überschuss von knapp 2 Millionen Euro abschließt. Natürlich ist auch uns nicht alles so gelungen, wie wir es geplant hatten. Persönlich bedauere ich es sehr, dass die Kooperation mit VITOS bei unserem Kreiskrankenhaus Frankenberg, auf die wir -und auch ich persönlich- so große Hoffnungen gesetzt haben, sich als nicht tragfähig erwies. Dennoch bin ich sicher, dass wir das Kreiskrankenhaus auch in Zukunft erfolgreich in kommunaler Trägerschaft fortführen können. Das Leistungsspektrum bleibt erhalten und die Versorgung der Patienten wird ohne jede Einschränkung sichergestellt. Neue Angebote wie die Geriatrie in Zusammenarbeit mit dem Stadtkrankenhaus in Korbach als Nachfolge der Zusammenarbeit mit dem Diakonie-Krankenhaus in Wehrda sowie die Adipositas-Chirurgie werden zusammen mit einer neuen Geschäftsleitung den Kurs in die Zukunft weisen. Auch wenn die politische Großwetterlage nicht ermutigend war, so haben wir hier vor Ort dennoch stets versucht, unsere Arbeit für Waldeck-Frankenberg unbeirrt und zielgerichtet voranzutreiben. Dabei konnten wir uns sehr oft auf breite, über die Parteigrenzen hinweggehende Mehrheiten stützen. Auch im privaten Leben ist es hilfreich, sich an gesteckten Zielen zu orientieren und diese unbeirrt und vorbehaltlos zu verfolgen. Natürlich kann alles, was wir anfangen, scheitern, das ist aber nicht die Regel und sollte und nicht davon abhalten, tätig zu werden. Mut, Zuversicht, aber auch Selbstvertrauen sind starke Antriebskräfte, mit denen sich viel erreichen lässt. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ein gutes neues Jahr 2018. Egal, wie das nun zu Ende gehende Jahr gewesen ist, das neue soll für Sie noch besser werden. Bewahren Sie sich Ihre Energie und Lebensfreude und bleiben Sie gesund. Sollten dennoch einmal trübe Stunden kommen, so verlieren Sie nicht den Mut. Es geht immer weiter und gemeinsam werden wir das schaffen.

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