Winterberg: Neues Projekt soll das Rückgrat der Ferienregion stärken

Erstes Projekttreffen inhabergeführte Hotels. Foto:nh

 „Know-how Upgrade = Zukunft für kleine Hotels“ setzt auf Kooperationen

Winterberg(nh). Sie stehen nicht ganz so oft im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Eigentlich zu Unrecht, schließlich sind sie die Stütze des Tourismus. Auch und gerade in der Ferienregion Winterberg/ Hallenberg. Denn die zumeist über Generationen inhaber-geführten kleineren und mittleren Hotels mit ihren 20 bis 100 Betten prägen eine Tourismus-Destination wie die Ferienwelt und geben ihr Profil. Allerdings haben insbesondere diese Betriebe mit immer mehr Herausforderungen zu kämpfen. Fachkräftemangel, zunehmende Digitalisierung, immer mehr Bürokratie und Hürden bei Investitionen sind nur einige Punkte. Nun soll das Projekt „Know-how Upgrade = Zukunft für kleine Hotels“ genau diesen Betrieben wichtige Hilfestellungen geben. Ein Auftakt-Treffen mit Vertretern von 17 teilnehmenden Hotels hat jetzt in Winterberg stattgefunden. „Kleine, inhabergeführte Hotels zwischen 20 und 100 Betten bilden das Rückgrat des Tourismus im ländlichen Raum und auch in Winterberg“, betonen Projektleiterin Paula Gernholt und Tourismus-Direktor Michael Beckmann die Bedeutung dieses Projektes. So sollen die Betriebe insbesondere im Online-Marketing sowie im Bereich der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. Unterstützung erhalten. Darüber hinaus werden die Themen Personalsuche und Mitarbeiterbindung, aktuelle Tourismustrends sowie Nachhaltigkeit im Tourismus viel Raum einnehmen, um den Hotels bei der Zukunftssicherung zu helfen. „Dazu gehört auch, die Abläufe im Betrieb zeitsparend zu organisieren. Auch dabei wollen wir gemeinsam sinnvolle Strategien entwickeln“, so Paula Gernholt.

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Ausschreibung für Hotel-Consulting-Firma läuft

Ganz allein stehen die Projektleiterin sowie die Hoteliers nicht bei der Umsetzung des Projekts. Bei all den Inhalten wird den Betrieben eine Hotel-Consulting-Firma zur Seite stehen. Sie soll dabei helfen, Maßnahmen zu formulieren und dann auch umzusetzen. Welches Unternehmen konkret diese Berater-Aufgaben übernehmen wird, steht noch nicht fest. Eine entsprechende Ausschreibung läuft. „Kleine und mittlere Beherbergungsbetriebe zeichnet eine enorme Standorttreue aus. Zudem sichern sie über viele Jahre und Jahrzehnte Arbeitsplätze, schaffen neue und sind Auftraggeber für Handwerksbetriebe, nutzen den heimischen Handel und die Dienstleister vor Ort. Deshalb ist die künftige marktgerechte Entwicklung dieser Betriebe existenziell auch für die Ferienwelt“, unterstreicht Michael Beckmann die Bedeutung der Projekt-Zielgruppe. Mit Blick auf die immer größer werdenden Herausforderungen dürfe man diese Betriebe nicht alleine lassen. Kooperation lautet das Schlagwort, um künftig mit den knappen personellen Ressourcen der kleinen und mittleren Hotels nicht nur die Pflichtaufgaben bewältigen zu können, sondern gezielt die Qualität und das Angebot zu verbessern. Ziel des Prozesses ist es, die Kleinbetriebe wirtschaftlich zu stabilisieren und zu stärken und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Optimierung der betriebsinternen Organisation und Struktur soll insbesondere zu mehr Übernachtungen und damit zu mehr Wertschöpfung führen. „Dies hat dann zur Folge, dass wieder stärker in die eigene Infrastruktur investiert wird und mehr Freiräume geschaffen werden, um sich zum Beispiel intensiver um das Marketing sowie das Personalmanagement zu kümmern“, sagt Paula Gernholt. Dies sei wichtig gerade beim zunehmenden Fachkräftemangel und bei Nachfolge- und Nachwuchsproblemen.

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Genossenschaft gründen, Basisstruktur verbessern

Nach Abschluss des Förderzeitraums soll das Projektmanagement institutionalisiert, in eine lokale „Hotel-Betriebskooperation“ überführt und durch die Betriebe finanziert werden. Die Betriebe sollen dann auf Basis einer Genossenschaft zusammenarbeiten. „Diese Genossenschaft könnte dann möglicherweise im Rahmen eines präventiven Leerstandmanagement zukünftig selbst Hotels erwerben oder betreiben, die für die touristische Entwicklung oder das Stadtbild systemrelevant sind und Gefahr laufen nicht mehr betrieben zu werden“, so Michael Beckmann. Ein wichtiger Projekt-Schritt soll die Schaffung einer optimierten Basisstruktur in den zumeist inhabergeführten Hotels sein, um wieder mehr Freiräume für das Kerngeschäft zu generieren mit der Folge eines qualitativ wie quantitativ verbesserten Angebotes. Das Problemfeld der Personalgewinnung und -sicherung soll durch die kollektive und pilothafte Vermittlung von Kenntnissen aus dem Bereich des Personalmanagements bearbeitet werden. Das Projektmanagement wird zudem ein marktgerechtes Konzept für die Auslagerung ausgewählter Hotelbetriebs- bzw. Führungsfunktionen entwickeln. Schließlich geht es um nichts Geringeres als das Rückgrat der Ferienregion Winterberg/Hallenberg.

Hintergrund:

Das Projekt wird durch EFRE (Europäische Fonds für regionale Entwicklung) und Landesmittel zu 80 Prozent gefördert. Die Volksbank Bigge-Lenne, die Sparkasse Hochsauerland sowie die Volksbank Brilon, Büren Salzkotten) und die Betriebe übernehmen die restlichen 20 Prozent; Es nehmen 17, sehr unterschiedliche, inhabergeführte Betriebe am Projekt „Know-How Upgrade = Zukunft für kleine Hotels“ teil; Das beschäftigungsstarke Gastgewerbe ist in Winterberg von über 35 Kleinbetrieben mit einer Größe zwischen 20 und 100 Betten geprägt.

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