Fast 1 Million Euro vom Land für Hessens älteste Jugendherberge

Auf dem Foto: Matthias Stappert (Bürgermeister Vöhl), Kai Bremmer (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft), Claudia Ravensburg (Landtagsabgeordnete), Thomas Salzmann (Projektleiter, LBIH), Dr. Bernadete Weyland (Staatssekretärin Hess. Finanzministerium), Dr. Berthold Langenhorst (Geschäftsführer Jugendburg Hessenstein), Ralf Kruse (Leiter LBIH Niederlassung Nord), Jürgen Frömmrich (Landtagsabgeordneter), Hartmut Mai (Geschäftsführer NABU Landesverband Hessen), Hannelore Behle (Kreisbeigeordnete Landkreis Waldeck-Frankenberg), Stefanie Huwald (Burgbetriebsleiterin). Foto: od/EDR

 

Modernisierung der Jugendburg Hessenstein läuft auf Hochtouren

Burg Hessenstein(nh). Derzeit wird fast überall auf der Jugendburg Hessenstein im Kreis Waldeck-Frankenberg gebaut. Von den Baufortschritten überzeugte sich heute Hessens Finanzstaatssekretärin Dr. Bernadette Weyland vor Ort. Mit dabei: Vertreter der Geschäftsführung und Gesellschafter der Burg sowie die beiden Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg und Jürgen Frömmrich und der Bürgermeister der Gemeinde Vöhl, Matthias Stappert. „Die Modernisierung der Burg läuft derzeit auf Hochtouren. Hier wird seit Anfang November an jeder Ecke fleißig angepackt. Die Besucherinnen und Besucher können sich nach Beendigung der Arbeiten auf eine Jugendherberge mit neuen Sanitäranlagen und einer behindertengerechten Ausstattung freuen“, sagte Dr. Bernadette Weyland. Die spätmittelalterliche Burg Hessenstein aus dem 14. Jahrhundert ist im Eigentum des Landes und beherbergt seit dem Jahr 1922 Hessens erste Jugendherberge. Nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen durch das Land in den Jahren 2007 und 2008 übernahm die Jugendburg Hessenstein gGmbH als Pächterin den Betrieb. Die Gesellschafter, der NABU Hessen, der Landkreis Waldeck-Frankenberg und die Kreishandwerkerschaft kümmern sich aber nicht nur um die Jugendherberge, sondern bieten auch vielfältige Bildungsangebote rund um die Themen Natur, Handwerk und Mittelalter an. Die Sanierung der knapp fünfzig Jahre alten Bäder und der behindertengerechte Ausbau der Jugendherberge stehen im Mittelpunkt der Umbaumaßnahmen in diesem Winter. Bis Ende April sollen die Bauarbeiten, die unter der Projektleitung des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) stehen, abgeschlossen sein. Die Kosten für die Baumaßnahmen betragen rund 1,5 Millionen Euro.

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Finanzstaatssekretärin Weyland erklärte: „Damit die Burg Hessenstein auch in Zukunft ein attraktives Reiseziel bleibt, werden unter anderem aufwendige Modernisierungsmaßnahmen im Sanitärbereich vorgenommen. Künftig wird etwa jedes Zimmer mit einem eigenen Bad ausgestattet sein. Im Zuge der Umbauarbeiten wird auch der Eingangsbereich neu gestaltet. Das Land Hessen übernimmt die hierfür anfallenden Kosten in Höhe von rund 925.000 Euro. Die vom Land Hessen bereitgestellten Gelder sind zugleich eine Zukunftsinvestition in die Ferienregion Kellerwald-Edersee.“ Weiter sagte Weyland augenzwinkernd: „Von so viel Komfort konnten die alten Ritter wohl nur träumen.“ Die Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg sagte: „Die Jugendburg Hessenstein soll auch in Zukunft ein attraktives Ziel für Jugendgruppen, Familien, Wanderer, Radfahrer und für Tagungsgäste zu bezahlbaren Preisen sein. Ich freue mich, dass das Land Hessen für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen einen Großteil der Kosten übernimmt. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird unsere Region künftig ein modernes barrierefreies Übernachtungsangebot in der Nähe von Edersee und Nationalpark haben.“ Der Landtagsabgeordnete Jürgen Frömmrich sagte: „Ich bin froh, dass das Land Hessen hier in beachtlichem Umfang investiert. Mit den Baumaßnahmen wird die Anziehungskraft der Jugendburg Hessenstein für die Gäste deutlich erhöht. Gerade für die Nationalparkregion Kellerwald-Edersee ist es wichtig, Bildungsangebote im Bereich der Umweltbildung anzubieten. Tagungsstätten wie die Jugendburg Hessenstein sollten dem heutigen Standard an die Qualität auch bei der Übernachtung gerecht werden. Die Baumaßnahmen tragen zur weiteren Attraktivität der Kellerwaldregion bei, darüber freue ich mich sehr.“ Im Mittelpunkt der baulichen Maßnahmen bei der Inklusion stehen unter anderem die Einrichtung von zwei Zimmern für Rollstuhlfahrer, die inklusionsgerechte Gestaltung der Tagesräume und des Burghofes, ein Leitwegsystem für Sehbehinderte, Hörgeschädigte und Menschen mit geistigen Einschränkungen. Für das Inklusionsprojekt stellt der Landkreis 400.000 Euro und der NABU Hessen 200.000 Euro zur Verfügung. Die Kreishandwerkerschaft unterstützt die Baumaßnahmen mit eigenen Arbeitsleistungen. „Die umfassende Renovierung des Hessensteins trägt nicht nur dazu bei, die Attraktivität der Ferienregion Kellerwald-Edersee zu steigern, sondern sichert auch langfristig Arbeitsplätze“, betonte Matthias Stappert, Bürgermeister der Gemeinde Vöhl.

 

Mit dem behindertengerechten Ausbau der Jugendburg soll das Profil der Bildungseinrichtung erweitert werden. „Zu den drei Schwerpunkten Natur, Handwerk und Mittelalter kommt künftig noch die Inklusion hinzu“, erklärte Dr. Berthold Langenhorst, Geschäftsführer der Jugendburg. Als odellregion „Barrierefreiheit in Gastronomie und Tourismus“ sei es für den Landkreis wichtig, aufzuzeigen, dass Inklusion auch in alten Gemäuern realisiert werden könne, erläuterte die Kreisbeigeordnete Hannelore Behle. Ziel des Umbaus sei es, die Qualitätskriterien des Tourismuslabels „Reisen für alle“ zu erfüllen und damit die Inklusion als weiteren Markenkern der Jugendherberge zu etablieren. „Wir wollen Natur für alle erlebbar machen“, so NABULandesgeschäftsführer Hartmut Mai. Finanzstaatssekretärin Dr. Weyland bemerkte abschließend: „Die Jugendherberge der Burg Hessenstein ist ein Magnet für Familien und junge Menschen. Das macht bereits eine Zahl klar: Jährlich übernachten auf der Burg rund 17.000 Menschen. Inmitten einer einmaligen Kulisse finden Schüler und Familien dank der Arbeit der drei Gesellschafter nicht nur preiswerte Zimmer, sondern auch ein vielfältiges Freizeitangebot vor. Das bunte Leben, das sich hier täglich abspielt, ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich ein kulturelles Erbe aus dem 14. Jahrhundert auch im 21. Jahrhundert noch sinnvoll nutzen und bewahren lässt. Mein ausdrücklicher Dank gilt deshalb den Gesellschaftern für ihre wertvolle und sehr gute Arbeit. Auch bei den gegenwärtigen Modernisierungsmaßnahmen arbeiten Land, Landkreis und Verbände engagiert zusammen.“ Bei einem öffentlichen Burgfest am 28. Mai 2017 soll die frisch renovierte Anlage zur Besichtigung und zum gemeinsamen Feiern frei gegeben werden. Während der Bauarbeiten ist die Jugendherberge für Buchungsanfragen erreichbar.

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