Azubi-Team von horizont schafft Sprung ins Finale

Fabian Martin, Werner Bodnar, Miriam Goldbach, Maike Becker, Guido Kersting schafften den Sprung ins Finale. Foto:nh

Frankfurt am Main/Korbach(nh). Bereits zum achten Mal hat der Arbeitgeberverband der hessischen Metall- und Elektro-Industrie HESSENMETALL erfolgreich den Innovationswettbewerb „MEINE ZUKUNFT“ ausgerichtet. 20 Teams – Azubis und dual Studierende – aus 16 der 550 Mitgliedsunternehmen haben in Kategorien Produkte, Produktion, Verwaltung und Dual Studierende, Projekte eingereicht. PrĂ€miert werden kreative Ideen, die helfen neue Auszubildende zu gewinnen, die ArbeitsablĂ€ufe optimieren, die Arbeitssicherheit verbessern oder auch zu neuen Produkten und Dienstleistungen fĂŒhren. In jeder Kategorie haben sich zwei Projektteams mit besonders innovativen AnsĂ€tzen gegen die starke Konkurrenz durchgesetzt: die Teams von Bombardier Transportation, Carl Cloos, GKN Driveline, Hexagon, horizont group, NeuschĂ€fer Elektronik, Samson, und Viessmann Werke bestreiten am 23. Februar das Finale fĂŒr Hessens grĂ¶ĂŸte Industrie im Haus der Wirtschaft Hessen in Frankfurt.

 Kategorie Administration und Personalmanagement

Mit dem Projekt Intelligente Elektroschaltwand punkteten fĂŒr die Carl-Cloos-Schweißtechnik GmbH, Haiger, die Auszubildenden Samuel Eizenhöfer, Jan-David Nioduschewski, Paul Gudelius, Felix Hoch, gecoacht von Dunja Fiedler. Eine Elektro­schaltwand ist aus vielen AusbildungsgĂ€ngen nicht mehr wegzudenken. Sie dient als Basis, um den Umgang mit Elektroboards zu erlernen. Die Elektroschaltwand der Firma Cloos ĂŒberzeugte die Jury „als modernes, multifunktionales und flexibles Lern­instrument. Sie bietet Optionen fĂŒr stĂ€ndige Weiterentwicklung und macht Ausbildung zu einem handlungs- und praxisorientierten Erfolgsmodell“. Mit dem Projekt OPPORTUNITEAM ĂŒberzeugten fĂŒr Samson AG, Frankfurt, Maren Gilzinger, Thomas May, Emmanuel Rosenkranz, Lisa Schleifenbaum, betreut von Kathrin Leske und Helmut Klamer. Die Auszubildenden grĂŒndeten eine Firma, deren ErtrĂ€ge in die Ausbildung von Jugend­lichen in EntwicklungslĂ€ndern fließen und laut Business-Plan 20.000 Euro durch den Verkauf verschiedener Produkte erwirtschaftet werden sollen. Diese sollen vom Team in Eigenregie entwickelt, hergestellt und ĂŒber unterschiedlichste Wege vertrieben werden. Der Erlös soll helfen, ein Ausbildungszentrum zu finanzieren. „Mit der GrĂŒndung der Firma OPPORTUNITEAM wird moderne und zukunftsweisende Ausbildung sichtbar. Sie verknĂŒpft theoretische und praktische Inhalte verschiedener Ausbildungsberufe mit unternehmerischem Denken und gesellschaftlicher Verantwortung“, kommentierte die Jury.

Kategorie Produktionsablauf und Logistik

Mit dem Projekt „Aus heiß mach kalt – Energieoptimierung im Produktionsprozess“ setzten sich fĂŒr die horizont group gmbh, Korbach, Fabian Martin, Werner Bodnar, Miriam Goldbach, Maike Becker und Guido Kesting durch. Bei der Bakenproduktion wird Rohmaterial mittels elektrischer Energie erst erhitzt und dann gekĂŒhlt. Diesen Prozess zu optimieren, ist das Ziel des Azubiteams. HierfĂŒr sollen zwei Energieverbraucher so aneinandergekoppelt werden, dass möglichst wenig Energie verloren geht. Gelingen soll dies durch die spezielle WĂ€rmerĂŒckgewinnungsmaßnahme einer AbsorptionskĂ€ltemaschine. Das Einsparpotenzial dieser Optimierungsmaßnahme wird auf rund 10.000 Euro jĂ€hrlich eingeschĂ€tzt. Eine Umsetzung ist noch 2016 geplant. Die Jury ĂŒberzeugte die „Nachhaltigkeit des Ansatzes, mit dem das Team die Energie im Kreislauf hĂ€lt und die durchgĂ€ngige Messung der Co2-Reduktion“. Smart Maintenance ist das Projektziel der Viessmann Werke GmbH & Co. KG, Allendorf (Eder), das Alexander Philipp MĂŒller, Christian Ernst, Tristan Brieden, Isabel Giebel prĂ€sentierten, betreut von Thomas Buttler. Ziel des Projekts war es, den bislang wartungsintensiven und fehleranfĂ€lligen PrĂŒfstand in der Lernfabrik zu optimieren. ZusĂ€tzlich eingebaute Sensoren sollen die kontinuierliche Erhebung von Daten ermöglichen. Wobei diese den Anlagen­zustand erfassen und somit Probleme erkennen, bevor sie entstehen. So können Ausfallzeiten vermieden und die EffektivitĂ€t erhöht werden. „Digitale Intelligenz in der Instandhaltung ist ein hochinnovatives Zukunftsthema. Es reduziert WartungsausfĂ€lle durch die Maschine-Mensch-Kommunikation der Industrie 4.0 ĂŒber Sensoren. Das Pilotprojekt an einem PrĂŒfstand ist ausrollbar auf den gesamten Wartungsbereich“, urteilte die Jury.

Kategorie Einzelne Produkte und Dienstleistungen

Einen Drehmomentaufsatz fĂŒr die Bohrmaschine zeigten fĂŒr die Bombardier Trans­portation GmbH, Kassel, Janis Umbach, Ann-Kathrin Heinel, betreut von Lothar Slama. Bei Bombardier wird viel geschraubt. Um diesen Vorgang zu optimieren wurde innerhalb von vier Wochen ein einstellbarer Drehmomentaufsatz fĂŒr Akku­schrauber entwickelt. Damit soll beim Schraubvorgang das bisher nötige Nachziehen mit einem DrehmomentschlĂŒssel entfallen. Möglich macht dies ein Aufsatz, der direkt im Spannfutter eines Akkuschraubers einzuspannen ist und einen Vierkant aufweist, um direkt NĂŒsse aufzustecken. Dazu hat die Komponente eine Stell­schraube, mit der sich das genaue Drehmoment quasi direkt am Akkuschrauber einstellen lĂ€sst. Aktuell lĂ€uft eine PatentprĂŒfung. „Den Erfolgsweg von der Idee bis zum fertigen Produkt zeigt der vorgestellte Drehmoment­aufsatz. Er hilft, betriebliche AblĂ€ufe zu optimieren und stĂ€rkt das Innovationspotenzial des Unternehmens“, bewertete die Jury. Mit dem Projekt Fino Lino 1512 der NeuschĂ€fer Elektronik GmbH, Frankenberg, ĂŒber­zeugten Nick Spohr, Alexandros Tsiouplis, gecoacht von Wilfried NeuschĂ€fer. Die Auszu­bildenden erweiterten das Produktangebot des Unternehmens durch die innovative Lampe Fino Lino 1512. Diese ist besonders flexibel durch zwei integrierte USB-Buchsen und ein um 180 Grad schwenkbares Kugelgelenk, dank dem die Lampe auch als Deckenfluter einsetzbar ist. Außerdem ist Fino Lino 1512 energie­sparend und durch die Möglichkeit einer persönlichen FrĂ€sung individuell gestaltbar. Das Team ĂŒbernahm von der Entwicklung bis zur Werbung alle nötigen Arbeitsschritte und brachte sie zur Serienreife. Die Jury meinte: „Mit der Entwicklung und dem Bau einer Designerlampe zeigt die Azubi-Gruppe der NeuschĂ€fer Elektronik GmbH, wie eigenstĂ€ndige Ideen neue Anwendungs­perspektiven fĂŒr innovative MĂ€rkte schaffen können.“

Kategorie Dual Studierende

„Innovation in der RĂ€umerei“ hieß das ĂŒberzeugende Konzept der GKN Driveline Deutschland GmbH, Offenbach, vorgetragen von Lena Joana Berger, Manuel Hopfchen, Jan-Hendrik Kunz, gecoacht von Danijela Boric. Der RĂ€umprozess ist eine Art der spangebenden Metallbearbeitung, die zum Beispiel bei der Fertigung von Kugelbahnen fĂŒr Gelenke und Antriebswellen angewandt wird. In jĂŒngerer Zeit investiert das Unternehmen vorrangig in FrĂ€smaschinen, die das RĂ€umen bei den Kugelbahnen ablösen sollen. Diese Entwicklung haben die dual studierenden Maschinenbauer/innen kritisch hinterfragt und festgestellt, dass eine Produktionskostensenkung langfristig besser mit modernen RĂ€ummaschinen möglich ist. Die Jury ĂŒberzeugte, dass das „Team mit einem differenzierten Vergleich zwischen modernen FrĂ€s- und RĂ€um-Maschinen zu einer klaren Investitionsempfehlung mit erheblichen Einsparpotenzialen kam.“ Einen Messtechnikparkour entwickelten fĂŒr die Hexagon Metrology GmbH, Wetzlar, Angelika Ciupa, Lukas Kaps, Daniel Potiska, Dominik Schneider – betreut von Alexander Jakob. Der Parkour soll neue Auszubildende oder Studierende schnell mit allen Abteilungen des Unternehmens vertraut machen und Kontakte fördern. So werden neue BeschĂ€ftigte schnell integriert, ĂŒber alle Belange des Unternehmens informiert und Networking ĂŒber Abteilungen und Generationen angeregt. Dass das Team den Parkour „entlang der Wertschöpfungskette und der InformationsflĂŒsse anlegte, dabei besonderen Wert auf das Netzwerken im Betrieb legte und auch noch den Transfer zu weiteren Unternehmen der Region in den Blick nahm“, fĂŒhrte die Jury zur positiven Bewertung.

Nachwuchs mit erfrischenden Ideen

SĂ€mtliche Finalisten konnten mit wohlĂŒberlegten und grĂŒndlich ausgearbeiteten Einreichungen ĂŒberzeugen. Der Erfindungsreichtum der Teilnehmer war insgesamt sehr beeindruckend. Die beiden Jury-Vorsitzenden zeigten sich angetan „von der enormen QualitĂ€t der Arbeiten und dem Potenzial der Ideen“. Dr. Dirk Hohn, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Bezirksgruppe Mittelhessen, fand, dass im Zuge der Projekte in den jeweiligen Unternehmen erhebliche Verbesserungen erreicht und nicht selten auch große Einsparungen erzielt werden können. Friedrich Avenarius, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus, beeindruckte zudem die hohe Motivation der Jugendlichen, die nĂ€chste Generation an FachkrĂ€ften fĂŒr das eigene Unternehmen zu werben. DarĂŒber hinaus hĂ€tten auch die NachwuchskrĂ€fte profitiert. Die Arbeit in den fachĂŒbergreifenden Teams wurde von vielen Teilnehmern als wertvolle Erfahrung eingeschĂ€tzt „Mit einem solchen Nachwuchs und derart professionell ausbildenden Unternehmen ist das ‚Herz der Wirtschaft‘ fĂŒr die Zukunft bestens gerĂŒstet“, zog Jurymitglied Dr. Ulrich Kirsch, GeschĂ€ftsfĂŒhrer Kommunikation von Hessenmetall, ein positives Fazit.

 Impulsgeber fĂŒr die Industrie

Der Wettbewerb „MEINE ZUKUNFT“ wird jĂ€hrlich von HESSENMETALL ausgerichtet, um das Innovationspotential und die KreativitĂ€t von hessischen NachwuchskrĂ€ften zu fördern. Außerdem bietet der Wettbewerb eine Plattform, um die besten Ideen in Hessens grĂ¶ĂŸter Industrie dem Fachpublikum zu prĂ€sentieren und damit auch kreative Impulse in die Unternehmen zu tragen. Der Wettbewerb soll Anregung und Ansporn sein, vorgestellte Ideen zu ĂŒbernehmen und neue zu entwickeln. Denn Ideen sind auch in der hessischen Metall- und Elektro-Industrie die wichtigste WĂ€hrung der Zukunft.

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