Zum Thema Fracking: Workshop mit Lukas Erler in der WildnisSchule

Die Schüler und Schülerinnen des Gustav-Stresemann-Gymnasiums Bad Wildungen beschäftigten sich gemeinsam mit Thriller- und Jugendbuchautor Lukas Erler mit dem Thema Fracking und hatten sichtlich Freude an der umweltpolitischen Diskussion. Foto:Nationalpark Kellerwald-Edersee/nh

 

Edertal-Hemfurth(nh/od). Am 17. September nahmen 25 Schüler und Schülerinnen des Gustav-Stresemann-Gymnasiums Bad Wildungen an einem Workshop zum Thema Fracking mit Thriller- und Jugendbuchautor Lukas Erler teil. Die dreistündige Veranstaltung fand in der WildnisSchule des Nationalparks Kellerwald-Edersee statt und hatte zum Ziel, die Jugendlichen anzuregen sich mit dem umweltpolitischen Thema auseinanderzusetzen und eine eigene Meinung zu bilden.

Am Beispiel seines mehrfach ausgezeichneten Jugend-Umweltthrillers „Brennendes Wasser“ diskutierte Lukas Erler mit den 25 SchülerInnen der Klasse 9a über das aktuelle Thema Fracking. Im Umwelt-Workshop informierte der in Nordhessen lebende Autor über den umstrittenen Prozess der Rohstoffgewinnung, bei der in tiefen Gesteinsschichten gebundenes Erdgas oder Ölvorkommen gefördert werden, in dem ein Gemisch aus Wasser, Sand und chemischen Zusätzen unter sehr hohem Druck in die Gesteinsschichten gepresst wird. Lukas Erler stellte den SchülerInnen dieses Verfahren genauer vor und ging vor allem auf dessen nachhaltig negative Auswirkungen auf die Umwelt sowie wie die aktuelle Rechtslage in Deutschland ein. Gemeinsam mit der Klasse suchte der Autor nach Argumenten für und gegen Fracking. „Klima- und Energiewandel, Umwelt und Naturschutz bestimmen unsere Zukunft.“, ist sich Lukas Erler sicher. „Deshalb hat meiner Meinung nach auch Kinder und Jugendliteratur die Aufgabe, diese Themen auf spannende Weise miteinzubeziehen und Jugendlichen nicht nur Lesekompetenz zu vermitteln, sondern sie auch für ökologische Fragen zu sensibilisieren. Ich freue mich darum ganz besonders, dass in Zusammenarbeit von Nationalpark Kellerwald, Arena- Verlag, Gustav Stresemann Gymnasium und der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V. dieser Workshop zum Thema „Fracking“ möglich wurde und ich mit meinem Buch „Brennendes Wasser“ dazu beitragen konnte.“ , führte der Autor weiter aus. Horst Knublauch, Leiter der WildnisSchule, freute sich über den besonderen Workshop, der in der Hemfurther Nationalparkeinrichtung angeboten werden konnte: „Lukas Erler hat mit seinem Buch die SchülerInnen erfolgreich zur kritischen Auseinandersetzung mit diesem brisanten umweltpolitischen Thema angeregt. Nicht immer besteht dann auch die Möglichkeit, den Buch-Autor direkt zur erleben und mit ihm diskutieren zu können.“

Die Klasse 9a des Gustav Stresemann Gymnasiums mit ihrem Deutschlehrer Björn Buhl (r.), Autor Lukas Erler (5.v.r.)und Leiter der WildnisSchule Horst Knublauch (l.). Foto: Nationalpark Kellerwald-Edersee/nh

 

Fracking und der Roman „Brennendes Wasser“

Fracking ist die Kurzform für die Methode des Hydraulic Fracturing (hydraulisches Aufbrechen). Dabei handelt es sich um ein Verfahren, Gas und Ölvorkommen zu fördern, die in tiefen Gesteinsschichten gebunden sind. Ein Gemisch aus Wasser, Sand und chemischen Zusätzen wird unter sehr hohem Druck in die Gesteinsschichten gepresst. Dadurch wird das Gestein aufgebrochen. Um die dabei entstehenden Risse so weit offen zu halten, dass das Gas bzw. Öl hindurchströmen kann, wird der Sand beigemischt. Diese vor allem in den USA praktizierte Fördermethode und ihre möglichen Risiken für Natur, Menschen und Tierwelt bilden den Hintergrund für den Jugendthriller „Brennendes Wasser“ von Lukas Erler. Die Idee zu dem Buch entstand, als der Sohn des Krimiautors als Schüler des Gustav-Stresemann-Gymnasiums im Erdkundeunterricht zum ersten Mal etwas von „Fracking“ erfuhr und zuhause davon erzählte. Schnell wurde dem Autor klar, dass “Fracking” nicht nur im fernen Amerika, sondern ebenso in Deutschland und speziell auch in der Kellerwald-Region ein stark umstrittenes Thema war.

Über den Autor:

Lukas Erler wurde 1953 in Bielefeld geboren und wuchs auch dort auf. Er studierte Soziologie, Philosophie und Sozialgeschichte, absolvierte eine Ausbildung zum Logopäden und arbeitete zunächst als Soziologe in der Stadtentwicklungsplanung. Seit mehr als zwanzig Jahren ist er als Logopäde in der neurologischen Rehabilitation tätig. Sowohl sein erster Roman »Ölspur« (2010) als auch der Nachfolgeband »Mörderische Fracht« (2011) wurden für den Friedrich Glauser-Preis nominiert. Quelle: www.lukas-erler.com 

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