Bestandsaufnahme zum Integrationsstand in den Städten und Gemeinden des Landkreises Waldeck-Frankenberg

Foto: LK Waldeck-Frankenberg/nh

Korbach(nh). Im Jahr 2007 veröffentlichte die Bundesregierung den Nationalen Integrationsplan. Darin betonte sie die Verantwortung der Kommunen für eine erfolgreiche Integration vor Ort und schlug die flächendeckende Einführung eines Integrationsmonitors vor. Der Integrationsmonitor sollte die Integrationsverläufe in mehreren Handlungsfeldern abbilden und die vorhandenen Defizite identifizieren. Auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg wird im Rahmen des WIR-Programms ein Integrationsmonitor aufgebaut. Dafür wurden im Vorfeld die 22 Städte und Gemeinden nach ihrem Integrationsstand befragt.

 Bei der Bestandsaufnahme wurden die wichtigsten Handlungsfelder wie Bildung, Ausbildung, Arbeitsmarkt, Fachkräftestand, Mitgliedschaften und politische Partizipation gemessen. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass die Integrationsarbeit in den Städten umfangreicher ist als in den Gemeinden. Ein Großteil der Maßnahmen wird nach wie vor im Jugend- und Sprachförderungsbereich umgesetzt. Oft werden die staatlichen Regelangebote durch aktive Ehrenamtsarbeit unterstützt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Handlungsbedarf im Bildungs- und Ausbildungsbereich der landesweiten Entwicklung entspricht und mit 36 Prozent im Vordergrund steht. Den zweiten Platz mit 28 Prozent nimmt die soziale Integration von Personen mit Migrationshintergrund ein (Freundschaften, Mitgliedschaften in Vereinen und Organisationen, politische Partizipation), gefolgt von Arbeitsmarktintegration mit 17 Prozent. Angesprochen wurde auch das Thema „Demographischer Wandel und die Zuwanderung“. Etwa die Hälfte der befragten Kommunen gab an, dass bereits ein Fachkräftedefizit bestehe. Das Thema „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung“ als eine Strategie der Organisations- und Personalentwicklung spielt in den kommunalen Verwaltungen kaum eine Rolle. Staatliche Strukturen sollten sich aber interkulturell öffnen und die Vielfältigkeit der Gesellschaft reflektieren. Zum einen sollen mehr Menschen mit Migrationshintergrund für eine Tätigkeit in der Verwaltung gewonnen werden, zum anderen soll bei bereits im öffentlichen Dienst Beschäftigten die interkulturelle Kompetenz durch Aus- und Fortbildungen ausgebaut werden. In der Bestandsaufnahme sind außer der Befragung auch die neueste Entwicklung der Zuwanderung und die Entwicklung des Ehrenamtsengagements zusammengefasst.

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