Arbeitslosigkeit bleibt auf Talfahrt

Grafik ©Agentur für Arbeit

Arbeitslosenquote sinkt auf 4,8 Prozent – Erstmals mehr als 2000 offene Stellen

Korbach(nh). Das Frühjahrshoch zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt weiter stabil. Die Arbeitslosigkeit bleibt auch im Mai auf Talfahrt. So sinkt die Arbeitslosenquote erneut auf jetzt 4,8 Prozent in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder. Noch vor einem Monat waren es 5,0 und vor einem Jahr 5,1 Prozent gewesen. Aktuell sind im Agenturbezirk Korbach 8860 Personen ohne Beschäftigung, 288 weniger als im April und 410 weniger als im Mai 2014.

 Die Erholung nutzt im Monats- und Jahresvergleich fast allen Personengruppen, erneut fast ausschließlich in SGB III. An erster Stelle stehen über 50jährige mit einem Minus von 3,5 bzw. 5,5 Prozent. Über 55jährige punkten im Jahresvergleich ebenfalls mit einem Rückgang um 4,1 Prozent, obgleich es hier in den letzten fünf Jahren einen durchschnittlichen Anstieg um 3,4 Prozent gegeben hatte. Positiv fallen auch weniger Langzeitarbeitslose im Rechtskreis SGB III auf, nämlich 6,3 Prozent weniger binnen Monatsfrist und sogar 19,8 Prozent weniger im Jahresvergleich. Auf der anderen Seite profitieren Männer sowie junge Erwachsene von der Frühjahrsbelebung nicht ganz so stark wie in den letzten Jahren, reihen sich aber dennoch mit einem Minus von 2,9 bzw. 1,9 Prozent in das positive Gesamtbild ein. Weiterhin deutlich über dem Vorjahr liegt mit einem Plus von 11,5 Prozent die Anzahl arbeitsloser Ausländer. Beide Landkreise folgen dem Trend und melden niedrigere Arbeitslosenquoten als im Vormonat und Vorjahr. In Schwalm-Eder sind es 5,0 Prozent, ein Minus von 0,2 bzw. 0,3 Punkten. In Waldeck-Frankenberg sind es 4,6 Prozent, jeweils 0,2 Punkte weniger. Im Vergleich schneidet die Jahresbilanz in Schwalm-Eder und die Monatsbilanz in Waldeck-Frankenberg besser ab. Aktuell melden alle Geschäftsstellen weniger Arbeitslose. Vorneweg Frankenberg mit einem Minus von 6,0 Prozent, allerdings auch dem einzigen Plus von 3,3 Prozent gegenüber Mai 2014. Die Jahresbilanz führen Korbach mit 8,9 Prozent und Melsungen mit 7,9 Prozent weniger Jobsuchender an. Der Bestand von jetzt 2034 offenen Stellen knackt erstmals seit 1999 die Grenze von 2000 Jobofferten. Der Zugang ist gegenüber dem Vormonat und Vorjahr um circa 14 Prozent und damit saisonüblich gestiegen.

Landkreis Waldeck-Frankenberg
3979 Personen waren im Mai im Landkreis Waldeck-Frankenberg arbeitslos gemeldet, 165 weniger als im Vormonat und 187 weniger als im Vorjahresmonat. Das entspricht einem Minus von 4,0 Prozent und von 4,5 Prozent. Die aktuelle Quote ist 4,6 Prozent, 4,8 Prozent waren es im April und Mai 2014.

Korbach mit Bad Wildungen
1852 Menschen ohne Arbeit waren im Mai in Korbach und Bad Wildungen registriert. Das sind 67 weniger (minus 3,5 Prozent) als im April und 182 weniger (minus 8,9 Prozent) als im Mai 2014. Die aktuelle Quote beträgt 4,6 Prozent, während sie im Vormonat 4,8 Prozent und im Vorjahresmonat 5,1 Prozent gewesen war.

Geschäftsstelle Frankenberg
1195 Arbeitslose meldet die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat. Das entspricht einem Abgang von 76 Personen (minus 6,0 Prozent) gegenüber dem Vormonat und einem Zugang von 38 Personen (plus 3,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat. 4,2 Prozent lautet die Quote im Mai, 4,4 Prozent waren es im April und 4,0 Prozent im Mai 2014.

Geschäftsstelle Bad Arolsen
932 Menschen ohne Beschäftigung sind in der Geschäftsstelle Bad Arolsen aktuell erfasst. Im Vergleich zu April sind das 22 weniger (minus 2,3 Prozent), im Vergleich zu Mai 2014 sind es 43 weniger (minus 4,4 Prozent). Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt hier 5,4 Prozent, im Vormonat waren es 5,5 und im Vorjahresmonat 5,6 Prozent gewesen.

Landkreis Schwalm-Eder
4881 Personen waren im Berichtsmonat im Landkreis Schwalm-Eder arbeitslos registriert, 123 weniger als im Vormonat und 223 weniger als im Vorjahresmonat. Das entspricht einer Veränderung von minus 2,5 und 4,4 Prozent. Mit 5,0 Prozent ist die Arbeitslosenquote niedriger als 5,2 Prozent im April und 5,3 Prozent im Mai 2014.

Geschäftsstelle Fritzlar
2361 Arbeitslose waren im Mai in der Geschäftsstelle Fritzlar erfasst. Das sind 44 weniger (minus 1,8 Prozent) als im Vormonat und 61 weniger (minus 2,5 Prozent) als im Vorjahresmonat. 5,2 Prozent lautet die aktuelle Quote, 5,3 Prozent waren es im April und 5,4 Prozent im Mai 2014 gewesen.

Geschäftsstelle Melsungen
Im Bereich der Geschäftsstelle Melsungen ist aktuell eine Abnahme der Arbeitslosigkeit festzustellen. 1085 Personen sind hier gemeldet, 44 weniger (minus 3,9 Prozent) binnen Monatsfrist und 93 weniger (minus 7,9 Prozent) im Jahresvergleich. Mit 4,3 Prozent meldet sich hier die Quote, 4,6 Prozent waren es im Vormonat und 4,8 Prozent im Vorjahresmonat.

Geschäftsstelle Schwalmstadt
1435 Menschen auf Jobsuche zeigt die Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 35 weniger (minus 2,4 Prozent) als vor vier Wochen und 69 weniger (minus 4,6 Prozent) als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,4 Prozent, während es 5,6 Prozent im April und 5,7 Prozent im Mai 2014 waren.

Arbeitskräftenachfrage
Im Mai wurden 860 offene Stellen* von Unternehmen und öffentlichen Arbeitgebern der Arbeitsagentur neu gemeldet. Das sind ein Plus von 108 Offerten (plus 14,4 Prozent) gegenüber dem Vormonat und ein Plus von 107 Angeboten (plus 14,2 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat. Der aktuelle Stellenbestand** beträgt 2034 Beschäftigungsmöglichkeiten. Das sind 49 mehr (plus 2,5 Prozent) als vor einem Monat und 282 mehr (plus 16,1 Prozent) als vor einem Jahr.

Waldeck-Frankenberg:
450 neu gemeldete Stellen (plus 6,4 Prozent zum Vormonat, minus 7,6 Prozent zum Vorjahr) Stellenbestand 1037 (minus 1,1 Prozent zum Vormonat, plus 7,2 Prozent zum Vorjahr)

Schwalm-Eder:
410 neu gemeldete Stellen (plus 24,6 Prozent zum Vormonat, plus 54,1 Prozent zum Vorjahr) Stellenbestand 997 (plus 6,5 Prozent zum Vormonat, plus 27,0 Prozent zum Vorjahr)

*nur ungeförderte Stellen
**ungeförderter Stellenzugang bzw –bestand: Ohne ABM und Arbeitsgelegenheiten

Arbeitslose nach Rechtskreisen

SGB III: – betreut von der Agentur für Arbeit Korbach

3214 Arbeitslose sind im Mai im Rechtskreis SGB III gemeldet. Das sind 215 weniger (minus 6,3 Prozent) als im Vormonat und 383 weniger (minus 10,6 Prozent) als im Vorjahresmonat.

SGB II: – betreut vom Jobcenter Waldeck-Frankenberg

2550 Personen waren im Berichtsmonat in Waldeck-Frankenberg im Rechtskreis SGB II registriert. Das entspricht einem Abgang um 51 (minus 2,0 Prozent) gegenüber April und um 27 (minus 1,0 Prozent) gegenüber Mai 2014.

SGB II: – betreut vom Jobcenter Schwalm-Eder

3096 Leistungsempfänger in SGB II sind aktuell in Schwalm-Eder gemeldet. Das ist ein Minus von 22 (minus 0,7 Prozent) binnen Monatsfrist und unverändert im Jahresvergleich.

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres 2014/2015 wurden der Arbeitsagentur Korbach 2170 betriebliche Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das entspricht einem Minus von 16 oder 0,7 Prozent zum Vorjahr. Demgegenüber stehen zum Vergleich 2090 Bewerber, 106 oder 4,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Aktuell gibt es 5,3 Prozent weniger unversorgte Bewerber und 8,0 Prozent weniger unbesetzte Ausbildungsstellen als zum selben Zeitpunkt in 2014.

Kurzarbeit
Im April meldeten 11 Unternehmen 354 Mitarbeiter zur Kurzarbeit an. Die Kurzarbeit präsentierte sich im März mit 7 Betrieben und 90 Beschäftigten.

Hintergrundinformation zum Kurzarbeitergeld

Durch die Zahlung von (konjunkturellem) Kurzarbeitergeld soll Arbeitnehmern ihre Arbeitsplätze und Betrieben ihre eingearbeiteten Mitarbeiter erhalten bleiben und Arbeitslosigkeit vermieden werden. Vor Beginn der Kurz-arbeit müssen die Betriebe eine Anzeige über den Arbeitszeitausfall erstatten. Diese Anzeigen sind somit als potentielle Zugänge in die Kurzarbeit zu interpretieren. Wie viele Personen später tatsächlich kurzarbeiten und in welchem Umfang Arbeit ausfällt, wird allerdings mit beträchtlicher Zeitverzögerung sichtbar. Die kurzarbeitenden Unternehmen müssen ihre Meldung jeweils erst nach dem Quartalsende für die zurückliegenden drei Monate erstatten. Daraus sowie aus dem durchschnittlichen Arbeitsausfall der Kurzarbeiter lässt sich die Entlastung der Arbeitslosigkeit ermitteln. Neben der konjunkturellen Kurzarbeit gibt es noch zwei Sonderformen: Die Saison- und die Transferkurzarbeit.

Unterbeschäftigung
Die Zahl der Unterbeschäftigten setzt sich zusammen aus den gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie den Teilnehmern an Arbeitsmarktmaßnahmen wie z.B. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten, berufliche Weiterbildung und Trainingsmaßnahmen. Die Zahl der Unterbeschäftigten*** im engeren Sinn lag im Mai 2015 im Bezirk der Agentur für Arbeit Korbach bei 10.760 Personen. Im April waren es noch 11.048 Personen gewesen. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 5,9 Prozent gegenüber 6,1 Prozent im Vormonat.

***ohne Kurzarbeit, da die Daten zur Kurzarbeit erst in zwei Monaten nach Quartalsende für die einzelnen Berichtsmonate zur Verfügung stehen.

Kurzübersicht

Detailübersicht

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