Tag des Wolfes: An Hessen führt kein Weg vorbei

Am 30. April ist der Tag des Wolfes.  Foto: NABU-Jürgen Borris/nh

NABU gründet Landesarbeitsgruppe am Tag des Wolfes

Wetzlar(nh/od). Das Landesmotto ‚An Hessen führt kein Weg vorbei‘ gilt auch für den Wolf. „Die Wolfsmeldungen der letzten Wochen haben gezeigt, dass Hessen mittlerweile ein Wolfsland ist“, erklärt Andreas Lenhart, Sprecher der neuen NABU-Landesarbeitsgruppe (LAG) Wolf aus Bad Camberg. Es sei davon auszugehen, dass ständig Wölfe auf der Suche nach neuen Revieren durch Hessen streifen. Mit der Gründung der neuen Landesarbeitsgruppe am Tag des Wolfes verstärkt der NABU Hessen seine Aktivitäten zur Unterstützung des geschützten Beutegreifers. „In der Landesarbeitsgruppe haben sich Wolfsexperten und Wolfsbotschafter aus allen Teilen Hessens zusammen geschlossen, um die Rückkehr des Wolfs zu begleiten und für ein gedeihliches Miteinander von Mensch und Wolf zu werben“, erläutert Naturschutzreferent Mark Harthun.

 Nach Angaben des NABU muss Hessen davon ausgehen, dass Wölfe künftig dauerhaft innerhalb seiner Landesgrenzen leben und Nachwuchs groß ziehen. Die Erfahrungen mit dem Wolf ‚Reinhard‘ im Reinhardswald vor einigen Jahren hätten gezeigt, dass Wolf und Mensch ohne größere Probleme zusammen leben könnten. „Wölfe kommen mittlerweile aus drei Richtungen zu uns: Von Osten aus Polen und Sachsen, von Süden aus Italien und von Norden aus Niedersachsen. Wir rechnen damit, dass sich in Hessen bald ein erstes Rudel bildet“, so NABU-Wolfexperte Lenhart. Mit einer bewaldeten Fläche von über 42 Prozent eigne sich Hessen gut für die Gründung von Wolfsfamilien. Deshalb sei die Landesregierung gefordert, noch in diesem Jahr detaillierte Regelungen zum Wolfsmanagement vorzulegen, um mögliche Konflikte mit Schafhaltern und anderen Nutzergruppen zu minimieren. Zum Schutz der Wölfe möchte die neue NABU-Landesarbeitsgruppe Wolf künftig eng mit den staatlichen Wolfsexperten zusammen arbeiten.

Hintergrund Wolfsbotschafter

NABU-Wolfsbotschafter sind ehrenamtlich aktive Naturschützer, die sich im ganzen Bundesgebiet für den Wolf einsetzen und die Öffentlichkeitsarbeit des NABU unterstützen. Sie stehen den Mitbürgern als regionale Ansprechpartner für Fragen rund um die Rückkehr des Wolfes zur Verfügung. In Hessen gibt es vierzig NABU-Wolfsbotschafter.

Hintergrund NABU-Projekt ‚Willkommen Wolf!‘

2015 gibt es für Wolfsfreunde allen Grund zum Feiern: 15 Jahre Wölfe in Deutschland, 10 Jahre NABU-Projekt ‚Willkommen Wolf!‘ und 5 Jahre Wolfsbotschafter im NABU. War der Nachweis des ersten Rudels in Sachsen noch eine Sensation, hat sich der Umgang mit dem neuen Nachbarn vielerorts normalisiert. Mittlerweile leben 35 Wolfsfamilien in Deutschlands freier Natur. Die Frage, ob Wölfe in Deutschland dauerhaft überleben, ist keine Frage von Biologie und Ökologie. Es geht vielmehr um die sogenannten ‚Human Dimensions‘ – die Belange der Menschen. Es geht um Vorurteile, Sorgen und Ängste – um die sich der NABU im Rahmen des Projektes ‚Willkommen Wolf!‘ seit zehn Jahren kümmert.

Mehr zu Deutschlands Wölfen

NABU-Hintergrundpapier zum Wolf

 

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