A teyl vun dir, a teyl vun mir – Eine Hälfte von Dir, Eine Hälfte von mir

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Valeria Shishkova und „Di Vanderer“.Foto:nh

Am 24. Januar um 19 Uhr beginnt die Konzertsaison in der Vöhler Synagoge mit jiddische Lieder und Klezmer

Vöhl(nh/od). Die in Moskau geborene und seit vierzehn Jahren in Dresden lebende Valeriya Shishkova hat sich in den vergangenen Jahren zu einer herausragenden und deutschlandweit überzeugendste Interpretin jiddischer Lieder entwickelt. Zahlreiche Konzertgastspiele von Bremen bis München brachten ihr in den vergangenen Jahren große Anerkennung und herzliche Resonanz. Auch im Ausland: sie ist Preisträgerin des Internationalen Wettbewerbs der jüdischen Musik in Amsterdam. Und das liegt, neben der Perfektion und dem begeisternden Zusammenspiel ihrer beiden Musiker, an der besonderen Persönlichkeit der Sängerin, die Wärme, Empathie und innige Anteilnahme zu verschenken weiß.

Valeriya Shishkova & Di Vanderer spielen sowohl traditionelle jiddische Lieder und Klezmer als auch zeitgenössische Kompositionen nach Texten klassischer und moderner jiddischer Autoren.
Zu ihrem Repertoire gehören auch eigene Kompositionen nach Gedichten der israelischen Dichtern Lev Berinsky und Michoel Felsenbaum, die beide zu den wenigen und möglicherweise letzten Autoren gehören, die nicht in Hebräisch, sondern in ihrer jiddischen Muttersprache schreiben.
Valeriya Shishkova besitzt die Gabe, Lieder mit einer großen und ergreifenden Emotionalität so spürbar und mit Herzblut zu gestalten, dass sich wohl niemand im Raum diesem besonderen Zauber entziehen kann. Ihre große Menschlichkeit und Freundlichkeit, den großen Reichtum ihrer Seele, teilt sie in ihren Konzerten mit ihrem Publikum.

Ein Mensch ist immer ein „Gemisch“. In ihm ist ein Teil von ihm selbst und ein Teil von den anderen – von den Eltern, von Freunden, von denen, die er liebt. Und wenn ein Mensch in einem Land auf die Welt gekommen ist, doch in anderen lebt, so ist immer in ihm ein Teil seines Volkes und auch ein Teil des anderen Volkes.
Und ist dieser Mensch ein Jude, dann gibt es in ihm noch zusätzlich Jahrhunderte alte gespeicherte Erfahrung der Verschmelzung mit anderen Kulturen wie auch der Vertreibung aus ihr. Die Sprache, Jiddisch, die er spricht, die Melodien, die er in seinem Herzen bewahrt – all das ist zum Teil von seinem Volk geschaffen, aber auch zum Teil von jenen Völkern, bei denen sein Volk gelebt hat. Darüber erzählt dieser Abend, an dem jiddische Lieder und Klezmer erklingen, Lieder jüdischer Autoren und einige eigene Lieder der Sängerin.

VALERIYA SHISHKOVA Gesang
SERGEY TREMBITSKIY Klavier, Flöte
GENNADIY NEPOMNJASCHIY Klarinette

Synagoge VöhlSynagoge Vöhl

Presse

„Nicht nur für Veranstalter dieser Konzertreihe ist die Sängerin Valeriya Shishkova die deutschlandweit überzeugendste Interpretin jiddischer Lieder…In Ihrer Interpretation erwachen die Lieder zum Leben wie nach einem langen Schlaf. Und dann strahlen sie, leuchten hell wie die Sonne an einem Morgen in Frühling.“
Andreas Grosse
Musik zwischen den Welten

“Der Gesang Shishkovas nimmt für sie ein.
Wie ihr gesamtes Auftreten ist ihr Singen unprätentiös und nicht auf äußeren Effekt angelegt. Aber man hört es an der Stimme, wenn die Sängerin lächelt. Dadurch vermittelt sie eine Freundlichkeit, um die sie mancher Popstar beneiden könnte. Da sie nach eigener Aussage nur Lieder singt, die ihr gefallen, strahlt sie eine Ehrlichkeit aus, die in der zeitgenössischen Konzertpraxis selten geworden ist.
Peter Zacher
DRESDNER NEUSTE NACHRICHTEN

„…so können jiddische Lieder nur überzeugend gesungen werden, wenn man sie im Herzen trägt – wie Valeriya Shishkova… Die wandlungsfähige, warme Stimme der Sängerin machte Tränen ebenso hörbar wie das stille Licht des Monds, ließ den Vogelflug erleben wie das unendliche Glück der Liebe.
Klaus-Dieter Simmen
THÜRINGER LANDESZEITUNG

„Diese Musik hat eine ganz besondere Mentalität zwischen Scharfsinn, Melancholie, Lebensfreude und großer Ausdruckskraft… Das hat die Sängerin (Valeriya Shishkova) eben nicht nur durch ihren Gesang überzeugend dargebracht. Mal still und dann wieder energisch, mal zutiefst bewegend und dann wieder so fröhlich, temperamentvoll und wieder verhalten, waren Gestik, Mimik, Gesang und Aura eine nie routinierte dafür aber stimmige Aufführung. GENNADIY NEPOMNJASCHIY an Klarinette und SERGEY TREMBITSKIY am Klavier und der Querflöte waren die idealen Begleiter.“
Thomas Reinicke
Museumsdirektor Schloss Tenneberg

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