Aufklärung über Gefahren von K.o.-Tropfen: Land Hessen hat Nachholbedarf

MdL Daniela Neuschäfer(SPD)

Wiesbaden/Frankenberg(nh). In den letzten Jahren wird immer wieder vom kriminellen Einsatz so genannter K.o.-Tropfen (Gamma-Hydroxybuttersäure – GHB) bei Raub- und Sexualdelikten berichtet. Die Dunkelziffer ist dabei erheblich höher als die verzeichneten Fälle. K.o.-Tropfen sind Drogen, die einen Menschen bewusstlos, hilflos und/oder handlungsunfähig machen. Rückwirkend können sich Betroffene an diesen Wachzustand nicht mehr erinnern.

Der Einsatz von GHB ist verhängnisvoll und findet oftmals in Diskotheken, Kneipen, auf Partys und/oder im Freundeskreis statt und hat Bewusstseinslosigkeit zur Folge. GHB ist geschmacks- und geruchslos und nur wenige Stunden nach Verabreichung nachweisbar. Die geringe Aufklärungsquote und die kurze Nachweisbarkeit der Substanzen verschärfen die Problematik.
Im Mai dieses Jahres wurde im Jugendhaus in Frankenberg die Ausstellung „Schutz vor K.o.-Tropfen“ gezeigt. Schnell wurde klar, dass es zu wenig Aufklärung gibt und Krankenhäuser oftmals nicht auf K.o.-Tropfen testen. In der polizeilichen Kriminalstatistik würden die Straftaten, die mit dem Einsatz von K.o.-Tropfen begangen worden seien, zudem nicht explizit aufgeführt. „In der Statistik kann man sie also nicht erkennen“, so die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Neuschäfer.
Die SPD-Landtagsabgeordneten haben diesbezüglich eine Stellungnahme von der Landesregierung gefordert. Diese nennt zahlreiche präventive Initiativen, die von Polizei, anderen Institutionen und Verbänden organisiert und durchgeführt werden. Selber handelt die Landesregierung aber kaum. So förderte das Hessische Sozialministerium im Jahr 2010 zwar den Flyer „Filmriss“, der Jugendliche und junge Erwachsene altersgerecht über die Folgen von K.o.-Tropfen und Alkohol aufklärt , beruft sich aktuell jedoch lediglich auf die Aktivitäten der polizeilichen Präventionsarbeit, der Fachstellen für Suchtprävention, der Frauennotruf Frankfurt , Frauennotrufberatungsstellen und anderen Frauenunterstützungseinrichtungen. Umfängliche Aufklärungskampagnen vonseiten der Landesregierung lassen bis heute auf sich warten. Wichtig wäre aber, auch in Hessen flächendeckend zu informieren, wie man sich davor schützen kann. Die Abgeordneten mahnen zu einer besseren Infrastruktur, um erstens davor zu warnen, zweitens in Krankenhäusern zu testen, ob K.o.-Tropfen verabreicht wurden und drittens Delikte spezifisch in der Polizeistatistik zu erfassen, um detailliertere Belege vorweisen zu können. Denn nur durch genaue Kenntnis sei eine umfassende Aufklärung möglich, resümierten Neuschäfer und Hofmann.

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