Afrikanische Schweinepest: Achtsam sein und Ruhe bewahren

Blutungen der Ohrmuschel bei einem an Afrikanischer Schweinepest erkrankten Tieres Foto: Wikipedia

Waldeck-Frankenberg(nh/od). Die Afrikanische Schweinepest hat nun auch den Weg nach Europa gefunden. Von Weißrussland aus hat sich das Virus in den letzten Wochen nach Polen und Litauen ausgebreitet. Für Waldeck-Frankenberg stellt die Erkrankung laut Veterinäramt jedoch zur Zeit keine akute Gefahr dar. Trotzdem gilt es, umsichtig und achtsam zu sein. Für den Menschen ist die Krankheit zwar harmlos, bei Schweinen kann sie jedoch ganze Bestände bedrohen.

 

Da sie nicht nur durch direkten Kontakt der Tiere, sondern auch durch tierische Erzeugnisse, Rohstoffe oder Speisereste übertragen werden kann, sind alle Bürgerinnen und Bürger zur Vorsicht aufgerufen. „Bereits ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot kann dazu führen, dass die Tierkrankheit sich ausbreitet“, so der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf. „Denn das Virus kann sich auch durch Fleischerzeugnisse übertragen.“ Beispielsweise durch in der Natur entsorgte und möglicherweise infizierte Speisereste, die von Wildschweinen gefressen werden und das Virus dann verbreiten. Ein weiteres Risiko besteht laut Deutschendorf jedoch auch durch rückreisende Touristen aus betroffenen Ländern wie Weissrussland, Litauen und Polen. „Nicht selten bringen sich die Reisenden Wurstspezialitäten aus ihrem Urlaubsland mit“, sagt er. „Sollten diese mit dem Virus behaftet sein und nicht ordnungsgemäß entsorgt werden, besteht ebenfalls ein Ansteckungsrisiko für unsere heimischen Hausschweine.“

Daher sollten insbesondere auch Schweinehalter im Landkreis entsprechende Maßnahmen ergreifen, um ihre Schweinebestände vorbeugend zu schützen: „Dazu gehört es, keine Speiseabfälle an die Tiere zu verfüttern und die Bestimmungen der Schweinehaltungs-Hygieneverordnung zu befolgen“, so Kreislandwirt Friedrich Schäfer. Weiterhin sollten die Ställe nicht ohne Schutzkleidung betreten und das Tierfutter so gelagert werden, dass es für Wildschweine unzugänglich ist. „Wenn diese Regeln beachtet werden, kann die Seuche eingedämmt werden, ohne die Nutztiere zu schädigen, die bei vielen Landwirten auch einen wichtigen Teil der Existenzgrundlage darstellen“, so Schäfer.

Um den Ausbruch der Tierkrankheit in Waldeck-Frankenberg zu verhindern, werden präventiv jedoch auch vom Landkreis entsprechende Maßnahmen ergriffen. So werden alle Blutproben heimischer Wildschweine auf das Virus untersucht. Darüber hinaus wurden vermehrte Kontrollen gemäß der Schweinehaltungs-Hygieneverordnung in den Betrieben in Waldeck-Frankenberg angeordnet. „Wenn jeder sensibel mit dem Thema umgeht, haben wir nichts zu befürchten“, so Jens Deutschendorf weiter. „Denn dann stehen die Chancen gut, die Ansteckung unserer heimischen Tiere zu vermeiden.“

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