Für den Einen der beste Freund, für den Anderen ein ständiges Ärgernis

von Olaf Dudek

Veit ist der zehnjähriger Deutsch-Wachtel des Autors. Foto: Dudek

Man steht sich oft mehr oder weniger unversöhnlich gegenüber, die Hundehalter und die Menschen ohne Hund. Die Gründe sind vielfältig: Hundegebell in den Wohnlagen, Jogger  und Spaziergänger fühlen sich durch freilaufende Hunde belästigt oder gar bedroht, Naturschützer und Jagdausübungsberechtigte beklagen die Störungen für die Natur und die Landwirte die Hinterlassenschaften auf Äckern, Wegrainen und Wiesen, genau wie Einwohner in Dörfer und Städten die Tretminen auf den Bürgersteigen beklagen. Und im schlimmsten Fall muss der Hund für seinen Besitzer büßen, nämlich dann wenn Fleischwurst-Stücke mit Rasierklingen oder Giftköder extra für Hunde ausgelegt werden. 

Nun neigen Hundehalter dazu, selbst berechtigte Kritik mit dem Satz „Dafür zahle ich Hundesteuer,“ ab zu tun. Aber ganz so einfach ist das eben nicht. Natürlich ist Hundesteuer für die Besitzer von Bello, Fiffi und Susi ein Ärgernis, denn die Besitzer von freilaufenden Katzen oder Reiter zahlen für ihr Haustier nichts. Aber Hundesteuer ist keine Gebühr für Kacken in der Stadt oder im Feld. Ein Hund braucht Auslauf, braucht als Rudeltier soziale Kontakte. Und  bevor Hund sein Geschäft macht braucht Hund Bewegung. Auch die Auswahl der Stelle ist für Hund nicht ganz unwichtig.

Am einfachsten lassen sich die Konflikte mit Joggern, Spaziergängern oder Radfahrer vermeiden. Nicht mit dem beliebten Spruch. „ Der tut nichts,“ oder „der will nur spielen,“ man nimmt den Hund einfach mal für ein paar Minuten an die Leine, auch wenn der Hund noch so gut hört. Man muss einfach auch respektieren, dass es Menschen gibt die schlicht Angst vor Hunden haben, schon mal schlechte Erfahrungen gemacht haben oder einfach keine Hunde mögen.

Was vor einigen Jahren auf dem Land überhaupt kein Thema war, sorgt heute für den meisten Zündstoff: die Hundehaufen. In den Dörfern und Städten, aber auch auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen und den Wegrainen. Gemeinden haben schon lange darauf reagiert, Kotbeutel für die Kackhaufen gibt es kostenlos in Spendern. Meistens werden diese Beutel ignoriert, ganz Schlaue packen die Kacke in den Beutel und lassen dann die Beutel auf den Wegen stehen oder werfen die im Beutel dann in die Botanik. 

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Der Hundehaufen - Konflikt zwischen Landwirten und Hundehalter ist längst zur Posse verkommen. Die eine Seite, die der Landwirte und Jagdgenossen pflanzen Schilder an jeden Feldweg, malen Horrorszenarien in den Medien über Krankheitsübertragung durch Hunde, besonders bei Kühen und Rindern, wo es durch den Erreger Neospora caninum angeblich zu Fehlgeburten kommt. Der Kot des eigenen Hofhundes als Infektionsquelle für Rinder erheblich riskanter. Aktuelle Studien haben allerdings eine Reihe von Indizien ergeben, die den "normalen Stadt- und Familienhund" entlasten Vet-Magazin. Aber das ist natürlich kein Freibrief, den Hund nun in eine Wiese scheißen zu lassen. Denn das ist schon sicher, ist Silage oder Heu mit Hundekot durchsetzt, wird es nicht mehr gefressen. Und eine Wiese ist und bleibt Privateigentum, auch wenn kein Schild oder Zaun drum herum ist. Wenn ein Viehalter seine Rinder. Auf den Zierrasen kacken lässt, wird das Geschrei des hundehaltenden Besitzers wohl kaum zu überhören sein.

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In diversen Hundeforen unterliegen die meisten Hundebesitzer dem Irrtum, sie könnten ihren Fiffi eben auf Wiesen und Äcker kacken lassen, man gibt sich Tipps von erstaunlicher Naivität und bar jeder Kenntnis, weder von Rechtslagen und schon gar nicht von Landwirtschaft und/oder Natur. Und die Medien sind auch nicht besser, in dem Format „ Maintower“ des Hessischen Rundfunks, dass vor einiger Zeit einen Bericht über das Hundeproblem in der Nähe von Frankfurt brachte, erklärte die Reporterin, das der Bauer Heu „anbaut“. Der Landwirt erklärte es dann allerdings richtig. Aber eines kam auch in dem Bericht zur Sprache: „ es sind nicht mehr nur die „einheimischen“ Hunde, die ihr Haufen hinterlassen. Es hat selbst hier im Kreis ein regelrechter Hundetourismus eingesetzt. Man bekommt in den einschlägigen Foren Tipps, wo man besten mit dem Bello hinfährt und dann fallen oft 5 oder 10 Hundebesitzer an diesen Stellen ein, weil Hunde ja soziale Tiere sind geht man eben mit 10 Hunden gleichzeitig, lässt die Hunde über Äcker, Wiese oder Feldgehölz toben, während Herrchen und Frauchen lustig plauschen und sich wenig um die Hunde kümmern.
Um das Problem in den Griff zu bekommen hilft nur eins: einsammeln und ab in die Tonne mit dem Haufen. Und den Landwirten ins Stammbuch geschrieben: Weniger die Keule mit falschen Behauptungen über angebliche Krankheiten, lieber etwas mehr reden mit den Hundehaltern.(od)


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Kommentar von Melchior |

Man kann das Problem sehr einfach lösen. Hunde dürfen nur noch von staatswegen gehalten werden, sei es bei Polizei, Zoll, Bundespolizei, Forstverwaltungen, Therapiezwecke o.ä. für Blinde. Privat absolut verbieten. Gleichermaßen mit den ihren Kot über lassenden und frei streunenden Katzen. Ausnahme im privatwirtschaftlichen Bereich zur Bewachung großräumigen, eingeszäunten Geländes. Fristsetzung max. 36 Wochen, danach sind alle nicht mehr zugelassenen Hunde "entsorgt", also amtstierärztl. (etc.) eingeschläfert.
So, wie wärs denn nun damit ?
Danach weniger Tretminen und keinen Streß mehr mit den Bauern. Es bellt und jault keiner im Haus oder im angrenzenden Grundstück.
Ist es denn so gewollt ? So wäre es definitiv konsequent, alles andere ist nur Hickhack und ein andauerndes hin-und-her !

Kommentar von Hexe |

Und wer garantiert das der Polizist mit einem Tütchen Hinter seinem Bello her läuft??
Oder wer gibt den Menschen die sich in die freien Natur hinsetzen und ihr "Geschäft" dort liegen lassen, ....ein Tütchen in die Hand??

Ich Selber habe einen Hund und immer Tütchen dabei (die auch benutzt werden) und rege mich leider zu oft über Menschen auf die IHRE "HAUFEN" liegen lassen mit samt blauer oder weißer,..... Unterhose!
Oder Windeln von Kindern die nun ganz und garnicht verrotten, liegen im Gebüsch!? Über die schreibt niemand, weil es nur die Hundehalter sehen, deren Hunde da sehr gerne dran gehen wollen.....
Es sind immer nur die bösen Hundehalter..... sicher gibt es da viele schwarze Schafe.

Aber ich kann auch nicht meinen Hundehaufen in jeder Mülltonne entsorgen, oft ist der öffentliche Mülleimer ewig weit weg und wenn ich den Mülleimer der Anwohner nehme werde ich noch angeschissen das ich meinen müll gefälligst zuhause entsorgen soll..... na Herzlichen Dank.
Hundehalter will alles richtig machen und wird noch blöd angeschnauzt..... Und wofür??????? *schulterzuck* ... " Ich zahl doch Hundesteuer!" WOFÜR??????? *brummel*

Kommentar von Andreas Salzmann |

Interessantes Thema.Dem Einen bedeutet die Freiheit,Unversehrtheit und möglichst niedrige Belästigungsgrenze seiner Mitmenschen mehr als das Ausleben seines Egoismus,dem Anderen eben scheinbar nichts oder wenig.Ja,Katzen bellen zwar nicht,aber dafür ist ja auch keine Steuer fällig.Wie gesagt interessantes Thema.