Lost Places: Die Munitionsanstalt in Burgwald

Burgwald(pm). Die heimische Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer hatte fĂĽr den Start der diesjährige Sommertour unter dem Motto „Lost Places – verlassen – vergessen – verwunschen – verschwunden“ nach Burgwald eingeladen, Ziel war der „Bunker der Geschichte“ und die Panzerwiese. Die heimischen Landtagsabgeordnete sagt zu ihrer Idee der diesjährigen Sommertour: „Ihren Charme verdanken die Lost Places dem Zahn der Zeit, der an ihnen nagt, wodurch die Gebäude oft baufällig sind, Plätze verlassen oder verschwunden sind. Es gibt eine Vielzahl an aufgegebenen Orten und Plätzen. Immer wieder ist es die Schönheit, die Einzigartigkeit des Verfalls, die Historie oder die surreale Umgebung, die an jenen Orten vorherrscht, die begeistert.“

Bernhard Bock fĂĽhrte die Sommertourgäste zu den Lost Places in Burgwald, zunächst ging es um die „MUNA“ (Munitionsanstalt). Bernhard Bock erläuterte: „Rund 370 staatliche Einrichtungen mit der Bezeichnung MUNA – Munitionsanstalt wurden ab 1936 im Deutschen Reich durch die Wehrmacht aufgebaut und betrieben. Auch das heutige Burgwald war eine solche, daran erinnert der Kulturverein mit seinem Bunker der Geschichte und den Rundgang der einzelnen Stationen vom der Alten Wache ĂĽber das Wasserhaus, die Lagerhallen, Munitionsfertigung und weiteren Gebäuden, die geblieben sind. Häufig wurden dafĂĽr land- oder forstwirtschaftliche Regionen wie diese unsere gewählt, die ein Auffinden erschwerten und zudem eine leichte Rohstoffversorgung ermöglichten, und einen einfachen und sicheren Abtransport des Sprengstoffes sichern konnten. Auf einer Fläche von 155 Hektar, hat man in 18 Monaten Bauzeit einen Zaun errichtet, alle StraĂźen und Wege gebaut, Wasserleitungen, Abwasserleitungen, Telefonleitungen, eine Kläranlage, drei Feuerlöschteiche und 242 Gebäude (davon 125 Bunker). Ab April 1938 waren alle Bunker mit Spreng- und Splitterbomben und FlAK-Geschosse gefĂĽllt. Durch einen Gleisanschluss am Bahnhof Birkenbringhausen wurde der An- und Abtransport sichergestellt. DafĂĽr hatte die Muna zwei Diesellokomotiven um selbständig die notwendigen TransportgĂĽter zum Bahnhof Birkenbringhausen zu fahren. Das Geschehen, TransportgĂĽter abzutransportieren, geschah nachts, um nicht aufzufallen.“

Bernhard Bock zog auch immer wieder Vergleiche zu dem derzeitigen Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine, wie wichtig es ist, Frieden zu sichern und Krieg zu vermeiden. Bock besuchte mit den Teilnehmenden neben dem Wasserhaus und dem „Bunker der Geschichte“ verschiedene Standorte im Ort, die an die MUNA erinnerten sowie den alten Panzer auf der bekannten “Panzerwiese”. Der dort zu sehende Panzer ist eines der ältesten und seltensten Modelle – ein “M47 Patton”, benannt nach General George S. Patton, einem Kommandeur der 3. US-Armee während des Zweiten Weltkriegs. AnschlieĂźend ging es zurĂĽck nach Burgwald. Burgwald, so erinnerte Bernhard Bock, hieĂź zuvor Industriehof, Industrie stand lateinisch ĂĽbrigens fĂĽr Betriebsamkeit und FleiĂź und wies darauf hin, dass 1948 bereits 240 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Zurück in Burgwald an der Grillhütte ließen die Sommertourgäste die Tour ausklingen, Dr. Daniela Sommer bedankte sich: „Herzlichen Dank an Ortsvorsteher Ralf Erb für sein Grußwort, seine Begleitung und die Informationen aus Burgwald und vor allem an Bernhard Bock, der mit dem Kulturverein die Geschichte bewahrt und erinnert und zugleich mahnt, dass wir diese schlimmen Zeiten nicht erneut erleben wollen.“ Sommer rief in diesem Zusammenhang auf, demokratische Parteien zu wählen, sich gegen rechtes Gedankengut zu erheben, um Frieden und ein gutes Miteinander sowie unsere Demokratie zu wahren.

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