Naturdenkmal „Eideler Berg“ – Bergheide bleibt durch Pflegemaßnahmen erhalten

Willingen-Usseln(pm). Das Naturdenkmal „Eideler Berg“ bei Willingen-Usseln ist ein erhaltenswertes Beispiel für die Hochheidelandschaft im Rothaargebirge. Als Partner des Bergheideprojektes sind die Universität Osnabrück (Abteilung Biodiversität und Landschaftsökologie) und die Biologische Station Brilon in die wissenschaftliche Begleitung eingebunden. Einen wesentlichen Schritt zur Erhaltung der Bergheide ist die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Waldeck-Frankenberg nun mit Hilfe örtlicher Unternehmer und mit tatkräftiger Unterstützung der Arbeitsgemeinschft Landschaftspflege der Delta Waldeck-Frankenberg gegangen.

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Neben umfangreichen Beseitigungen von Gehölzen wurden auch Flächenanteile geplaggt. Das heißt, der humose und durchwurzelte Oberboden mit der darauf befindlichen Vegetation wurde beseitigt. Dank der nun offenen Böden kann der Entwicklungszyklus der Hochheiden aufs Neue beginnen. Was in früheren Jahren eine echte „Plaggerei“ war, kann heute mit Spezialgerät oder Kleinbagger bequem und rückenschonend ausgeführt werden. Eine solche Grundpflege zur Erhaltung der Hochheiden ist alle 20 bis 30 Jahre erforderlich. Eine über Jahrhunderte währende intensive wirtschaftliche Nutzung der Hochlagen des Uplandes führte zur Entstehung der heute seltenen Bergheiden (siehe Hintergrund). Seit dem Spätmittelalter wurden dem Boden durch Brandrodung, Waldweide, Köhlerei, Laubstreu-
und Holznutzung große Mengen an Nährstoffen entzogen. Die Gewinnung von Plaggen zur Nutzung als Einstreu für die Ställe förderte das Zurückdrängen des Waldes weiter.

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Durch diese Form der Bewirtschaftung wurden vor allem sehr anspruchslose“ und Licht liebende Pflanzenarten begünstigt. Diesen vom Menschen gestalteten Lebensraum bevorzugen viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Zu Ihnen gehören Vogelarten wie Wiesenpieper und Raubwürger, zahlreiche Insektenarten und seltene Pflanzen wie die bekannte Arnika, der Blutwurz und das Borstgras.

Arnika. Foto Landkreis Waldeck-Frankenberg


In den niederschlagsreicheren Hochlagen des Uplandes gesellen sich zum Heidekraut auch Zwergsträucher wie Preiselbeere und Heidelbeere. Es entwickelt sich unter diesen Bedingungen die typische, beerstrauchreiche Hoch(lagen)heide, die sich von der Artenzusammensetzung deutlich von den Tieflandheiden wie der Lüneburger Heide unterscheidet. Eines haben diese Heideflächen jedoch gemeinsam: Eine angepasste Bewirtschaftung ist zur
Erhaltung und Verjüngung zwingend erforderlich.


Hintergrund
Die Bergheiden des Uplands haben aufgrund eines tiefgreifenden Wandels landwirtschaftlicher Nutzungsmöglichkeiten in den vergangenen 100 Jahren im Landkreis Waldeck-Frankenberg rund 92 Prozent an Lebensraum verloren. Über das vom Zweckverband Naturpark Diemelsee beantragte und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sowie den Ländern Nordrhein-Westfalen und Hessen geförderte Projekt „Bergheiden im Rothaargebirge“ werden
Maßnahmen zur Optimierung des Managements und von Maßnahmen zur Renaturierung erarbeitet.

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